Dichtheitsprüfung mit Luft

 
Prüfung von Abwasserleitungen mit dem Prüfmedium - Luft
Die Dichtheitsprüfung mit dem Prüfmedium Luft ist nun auch bei uns als Prüfmethode
zugelassen. Die Luftprüfung hat im Vergleich zur Wasserprüfung wesentliche Vorteile,
die wir im einzelnen angeben:

Das Gefälle der zu prüfenden Leitung bleibt unberücksichtigt,
da über die ganze Strecke ein konstanter Innendruck aufgebaut wird.

Kürzere Vorbereitungszeiten / Vorfüllzeiten, wie z.B. bei Steinzeugrohren von
1 Std. oder bei Betonrohren von 24 Std., entfallen.

Die Wasserbeschaffung entfällt und es wird kostbares Trinkwasser eingespart.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann die Prüfung ausgeführt werden.

Verlegefehler und andere schadhafte Stellen können durch den Zusatz von
Rauchgasen schnell und unproblematisch erkannt und bestimmt werden.

Sicherheitsventile verhindern einen Überdruck in der Leitung, so daß keine
Rohrbrüche entstehen können.

Die Prüfung
Der Ablauf der Dichtheitsprüfung mit Luft ist vom Prinzip gleich wie bei der
Dichtheitsprüfung mit Wasser. Unterschiedlich sind nur der Prüfdruck,
die Beruhigungszeiten und der Druckverlust. Es wird in 4 Prüfmethoden unterschieden.
(siehe auch Prüfung von Abwasserkanälen nach EN 1610).

 

Dichtheitsprüfung mit Wasser

Prüfung von Abwasserleitungen mit dem Prüfmedium - Wasser
Rohrleitungen und Schächte müssen wasserdicht hergestellt werden. Abwasserkanäle und
-leitungen aus vorgefertigten Rohren sind -  soweit technisch durchführbar - auf Wasserdichtheit
zu prüfen. Es können Leitungsabschnitte, vorzugsweise in Haltungslängen, die ganze Leitung
oder die einzelnen Rohrverbindungen geprüft werden. Es wird empfohlen, auch Schächte
sowie am Ort hergestellte Rohrleitungen, z.B. aus Mauerwerk, Beton oder Stahlbeton, auf
Wasserdichtheit zu prüfen.

Die Prüfung soll an der noch nicht überschütteten Rohrleitung vorgenommen werden. Zur
Lagesicherung kann die Rohrleitung eingebettet und teilweise abgedeckt werden
(s. Abschnitt 10.1 und 10.2); die Rohrverbindungen sollen dabei frei bleiben. Die Leitung ist
gegen Aufschwimmen zu sichern.

Die Prüfung
Zur Prüfung der Rohrleitung werden alle Rohröffnungen mit speziellen Absperrvorrichtungen
verschlossen. Sämtliche Rohrenden, Abzweige und Rohrbögen müssen in ihrer Position
gesichert werden. Die Rohrleitung wird über den tiefsten Punkt mit Wasser gefüllt. Ist die Luft in
der Leitung über die Absperrvorrichtung entwichen, wird das Rohrsystem geschlossen und ein
Innendruck von 0,5 bar über dem tiefsten Punkt aufgebaut. Die verschiedenen Rohrmaterialien
haben unterschiedliche Sättigungs- und Beruhigungszeiten. Diese betragen z.B. bei Betonrohren
24 Stunden  und  bei PVC-Rohren 1 Stunde. Wird nach diesen Zeiten ein Wasserverlust festgestellt,
wird erneut der Prüfdruck von 0,5 bar aufgebaut. Zur Prüfung ist dieser Druck 15 Minuten zu halten
und der evtl. Wasserverlust dabei zu messen. Die Ergebnisse der Prüfung werden anschließend
in einem Prüfbericht festgehalten.